Netzwerk Kirchenreform - Monday, 21. May 2012
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Pfarrerinnen- und Pfarrerbefragungen

Tools und Studien des IWS Marburg

  

IWS Marburg

Über kaum eine kirchliche Berufsgruppe wird so viel beraten, diskutiert und geforscht. Bei keiner wird aber auch so viel gemahnt, kritisiert und bemängelt. Von den Pastorinnen und Pastoren wird stets mehr Qualität in den Kernaufgaben erwartet, und obwohl wir zuweilen unser Pfarrbild mit schier übermenschlichen Erwartungen überfrachten, sind insbesondere die Methoden und Instrumente des Personalmanagements hinsichtlich der Wertschätzung und einer dichten Rückmeldekultur noch ausbaufähig. Umso wichtiger ist es, die oft nur diffusen Bilder vom Rollenverständnis dieses Berufes mit den Ergebnissen empirischer Studien zu konfrontieren.

Das Pfarramt ist dank intensiver Befragungen gerade im Bereich der EKD vermutlich einer der am besten erforschten Berufe überhaupt. Bisher gibt es vier umfassende Pfarrerinnen- und Pfarrerbefragungen im Bereich der EKD. Drei davon sind abgeschlossen und wurden bereits ausgewertet, eine aktuelle Befragung in drei norddeutschen Landeskirchen ist noch in der Auswertungsphase.


Es wurde durch das Institut für Wirtschafts- und Sozialethik (IWS) in Marburg 

Interessant daran ist nicht nur die Vielzahl der Erkenntnisse, die aus den Studien gewonnen werden konnten, sondern auch, dass diese Studien in ihren jeweiligen Landeskirchen einen Diskussionsprozess um Personalführung und -entwicklung der Pfarrerinnen und Pfarrer auslösten und den Weg von der Verwaltung von pfarramtlichem Personal hin zur Führung und Entwicklung dieser Berufsgruppe und der aktiven Gestaltung des Berufsbilds „Pfarrer“ bereiteten. Während in betrieblichen Zusammenhängen Mitarbeiterbefragungen ein gängiges Instrument der Personalführung und -entwicklung darstellen, halten solche Verfahrensweisen erst in den letzten Jahren in den Landeskirchen zunehmend Einzug.

An zwei aktuellen Projekten des IWS (Stand 2010), der PfarrerInnenbefragung in den drei Nordkirchen (Joachim Kretschmar) und sowie einer Landeskirchen übergreifend angelegten Untersuchung zu Gender, Wertewandel und Pfarramt (Anke Wiedekind), lässt sich aufzeigen, dass in diesen Befragungen nicht nur die Methodik und die Messinstrumente immer weiter entwickelt wurden, sondern auch der Dialog und die Formen der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Kirchenleitung.


Informationen zu den Pastorinnen- und Pastorenbefragungen stehen auf dem Webportal www.pfarrberuf-heute.de zur Verfügung. Auf dieser Webseite können auch die Fragebögen zurückliegender Befragungen abgerufen werden sowie Informationen zu den IWS-Studien (Neue Berufsfelder für Theolog/innen; Leistung durch Besoldung?; Personalentwicklung in der Kirche?), die auf den Befragungen aufbauen.

 
 

PFARRBERUF HEUTE

Brandaktuell ist der neue Sammelband des Netzwerks Kirchenreform „Pfarrberuf heute“ (Sep. 2010). Neben dem vergriffene Arbeitsbuch zur Hannoverbefragung sind hier erstmals alle weiteren Studien und Auswertungen des IWS und des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD (SI) mit begleitenden Aufsätzen und Beiträgen zur aktuellen Befragungen und Forschungsprojekten zusammengestellt. Die enthaltenden Studien zeigen, dass die Pastor/innenbefragungen nicht nur einem seelsorgerlichen Selbstzweck dienen („gut, dass wir darüber gesprochen haben“). Die Bereitschaft und Mühe der beteiligten Pfarrerinnen und Pfarrer wird auch dadurch honoriert, dass die Ergebnisse zur Grundlage für konkrete Entscheidungen und landes-kirchliche Projekte werden und deren Erkenntnisse in synodale Beratungen eingehen.

 

Institut für Wirtschafts- und Sozialethik an der Philipps-Universität Marburg (IWS) www.iws-marburg.de
Studien und Befragungen zum Pfarrberuf www.pfarrberuf-heute.de
Netzwerk Kirchenreform www.kirchenreform.net
Buchreihe "Netzwerk Kirche" www.netzwerkkirche.de

 

 

PDF

Infoblatt_IWS_Marburg_Pfarrerbefragungen.pdf

159 K